Ich habe einen deutschen Pass, aber bezeichne mich ungern als Deutsche. Von meinem iranischen Vater habe ich das Aussehen geerbt und werde immer darauf angesprochen.
Früh verspürte ich den Wunsch, Deutschland zu verlassen. Solange ich denken kann, wollte ich auswandern und einen Ort finden, an dem ich mich zugehörig fühlen würde.
In jungen Jahren war ich viel in Südostasien unterwegs. Hier fiel ich nicht mehr auf und konnte zwischen vielen Ausländern untertauchen.
Doch auch auf Reisen war eine der ersten Fragen, die mir begegnete:
Wo kommst du her?
Und bei jeder Antwort fühlte ich mich, als würde ich nur die halbe Wahrheit sagen.
Spät regte sich in mir der Wunsch, meine iranische Familie kennenzulernen. Mit meiner deutschen Familie bin ich nie wirklich warm geworden. Außer auf gelegentlichen Familienfeiern sehen wir uns kaum.
Als ich mit 28 das erste Mal in den Iran flog und meine Familie kennenlernte, war ich hin und weg. Es war nicht annähernd so, wie ich es mir vorgestellt hatte.
…
Hier endet der frei zugängliche Teil.

