Banner der Kolumne "Gedanken im Gepäck" mit Gunda in tropischer Umgebung

Der Dschungel ist nichts für Katzen

Hinweis: Diese Kolumne handelt von Verlust und unschönen Erfahrungen, die bis heute nachwirken.

Seit wir im Dschungel leben, haben wir vier Katzen verloren. An Schlangen – genauer gesagt: an Pythons.

Wir sind ziemlich blauäugig in den Dschungel gezogen, gemeinsam mit unseren drei Katzen. Hunde wollten wir nie haben, obwohl wir mehrmals gehört haben, wie hilfreich sie doch im Dschungel wären.

Unsere drei Katzen fühlten sich sofort wohl und machten nach kurzer Zeit ausgedehnte Spaziergänge im Dschungel. Wir machten uns damals überhaupt keine Gedanken. Wir wussten zwar, dass es Schlangen gibt – Angst hatte ich zum Glück keine –, aber hätten nicht geglaubt, dass sie den Katzen ernsthaft gefährlich werden könnten.

Wir wurden schnell eines Besseren belehrt.

Nala war die erste, die ein paar Monate später auf einmal nicht mehr heimkam. Wir riefen und riefen und suchten tagelang den Dschungel um unsere Hütte herum ab. Ich wusste, dass sie nicht einfach weggelaufen war – konnte aber nicht annähernd ahnen, welcher Horror uns bald erwarten würde.

Kurz danach entdeckte ich die erste Python. Wir wollten es uns abends gemütlich machen. Während des Baus lebten wir noch in einer sehr einfachen Hütte ohne Strom.

Ich ging mit meiner Taschenlampe hinter die Hütte und sah zuerst nur eine grün-braune Schwanzspitze. Die Python, die geschätzt um die drei Meter lang war, hatte sich um unseren Gasherd geschlängelt und lag entspannt da.

Ich rief meinen Mann, der ein paar Locals um Hilfe bat. Diese wollten das Tier an Ort und Stelle umbringen, wogegen wir uns vehement wehrten. Stattdessen brachte einer von ihnen sie an einen weit entfernten Ort.

Ein paar Wochen später schlich sich abends eine weitere Python an unsere Hütte heran. Diese konnten wir ebenfalls verscheuchen. Danach schafften wir uns zum Schutz unseren ersten Hund – damals noch ein Welpe – an.

Eines Abends schlief unsere älteste Katze Putri auf unserer Terrasse ein, keine drei Meter von unserem Bett entfernt. Mitten in der Nacht wurden wir von einem Geräusch geweckt, gefolgt von einem lauten Gepolter. Das Geräusch – ich werde es nie vergessen – hörte sich grausam an.

Wir schreckten hoch und rannten sofort hinaus. Hektisch wedelten wir mit unseren Taschenlampen hin und her, bis wir neben der Terrasse ein Schlangenknäuel sahen. Es war genauso eine Python, wie wir sie zuvor gesehen hatten.

Panisch rief ich nach unserem Welpen, der an dem Abend hinter der Hütte eingeschlafen war – bis ich Putris Schwanz aus dem Knäuel herausragen sah.

Ich fing an zu schreien und fühlte mich auf einmal wie in einem schlechten Film. Tränen liefen mir die Wangen runter, und mein Denken setzte einfach aus. Mein Gehirn konnte nicht verarbeiten, was gerade passiert war.

Mein Mann und zwei Freunde schafften es, die Schlange auseinanderzuziehen und Putri aus ihrem Würgegriff zu befreien. Die Python musste dafür mit ihrem Leben zahlen, doch auch für Putri kam jede Hilfe zu spät.

Die Schlange hatte sich an die schlafende Katze herangeschlichen, zugebissen und sich sofort um sie herumgewickelt. Das Gepolter, das wir hörten, war das Schlangenknäuel, das von der Terrasse fiel. Das Geräusch, das uns kurz davor geweckt hatte, kam aus Putris Kehle.

All das muss in Sekundenschnelle passiert sein. Das war der einzige Trost für mich – auch wenn er das Leid in dem Moment nicht lindern konnte.

Die nächsten Tage fühlte ich mich wie betäubt. Der Vorfall löste so viel Schmerz in mir aus, dass ich kaum atmen konnte.

Hier endet der frei zugängliche Teil.

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